Mexiko 2003

Mexiko 2003 in a nutshell

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Flug mit Iberia von München via Madrid und Miami nach Cancun. Keine besonderen Vorkommnisse…

Playa del Carmen

Ankunft in Cancun. Wetter sehr warm und feucht. Dann gleich mit dem Bus weiter nach Playa del Carmen. Unterkunftssuche problemlos – im Oktober sind nicht viele Touristen da. Mein Kumpel ist sofort weggeknackt, ich bin noch auf ein Bierchen in die Stadt. Es gibt eine lange Touri-Meile mit Restaurants, Bars, Supermärkten etc.

Tequila-Paradise

Von Playa del Carmen haben wir Ausflüge mit dem Mietwagen nach Tulum und Cobá unternommen, beides sehr hübsche Maya-Pyramiden. Tulum ist wunderschön gelegen, Cobá fasziniert durch seine etwas versteckte Lage im Dschungel, und seiner Unberührtheit (ganz anders als der Touristenmagnet Chizen Itza).

Isla Mujeres

Von Playa del Carmen sind wir dann Richtung Isla Mujeres aufgebrochen. Dort kann man richtig toll relaxen. Sehr empfehlenswert ist der Bootsausflug (mit Schnorcheln und Strand-BBQ) nach Contoy.

Isla Mujeres: La playa y las margaritas

Chizen Itza, Merida

Nach ein paar erholsamen Tagen mit viel Tacos und Margeritas sind wir dann Richtung Chizen Itza, und von dort in die Stadt Mérida gereist.

Chizen Itza, don't call it Chicken Pizza

Celestun, Uxmal, Progreso

Von Merida kann schöne Ausflüge unternehmen, z.B. nach Celestun (Mangroven, Flamingos), Uxmal (sagenhafte Pyramiden, nicht so überlaufen) und nach Progreso (schöner Strand, damals aber ziemlich windig).Am besten mietet man sich dafür einen Mietwagen. In Merida kommt man mit dem Auto wunderbar klar, da die Stadt perfekt schachbrettartig organisiert ist.

In Celestun kann man sich ein kleines Boot chartern, das einen zu den Flamingos bringt. Auch hier lohnt es sich zu handeln.

Von Merida ging es dann per Nachtbus in den Bundesstaat Chiapas, nach Palenque.

Palenque, Cataratas de Agua Azul

Palenque beherbert auch wieder eine tolle Pyramiden- und Tempelanlage, die verwunschen mitten im Dschungel liegt. Die Tempelanlage von Palenque ist sehr beeindruckend. Das Örtchen Palenque selbst hat nicht viel zu bieten.

Ohm!

Von Palenque aus haben wir eine Fahrt nach San Cristobal de las Casas über die Agua Azul-Wasserfälle organisiert. Dabei sind wir ganz schön vom Tour-Operator über’s Ohr gehauen worden. Wir mussten uns schliesslich mehr oder weniger selbst bis nach San Cristobal durchschlagen. Aber das ist eine eigene Geschichte wert.

San Cristóbal de las Casas

Oaxaca

Obacht, Staatsgewalt!

Acapulco, Pie de La Cuesta

Mein Kumpel wollte unbedingt nochmal ans Meer, und ich war auch nicht abgeneigt. Also haben wir uns ein Flugticket nach Acapulco gekauft und ab gings. Auf Empfehlung meines Reiseführers sind wir im Nest Pie de la Cuesta gelandet, in dem absolut nix los war. Nicht mal baden konnte man aufgrund des unglaublichen Wellengangs. Mir egal, ich bin eh kein Wasserfan, aber mein Reisebegleiter war etwas sauer.

Vielleicht sollten wir erst nächsten Tag ins Meer...

Immerhin kann man in Acapulco den berühmten Klipp-Springern bei ihren todesmutigen Sprüngen zuschauen. Ansonsten hat mich auch Acapulco nicht sehr begeistert. Ein völlig touristischer Molloch, in dem man alle paar Minuten belästigt wird, um irgendnen Schiet zu kaufen.

Guernavaca

Meine Freunde

Hauptsache der Fernsehempfang ist gut.


Die Reiseroute

Gauner vom Dienst: Taxifahren in Mexiko

Nein, bestimmt sind nicht alle Taxifahrer in Mexiko Lügner, Gauner und korrukte Trickser, aber unsere Erfahrungen sprechen nicht gerade für die mexikanische Taxifahrergilde. Ein paar Erlebnisse:

Das Hotel gibt es nicht“: wie korrupte Taxistas sich ihren Lohn aufbessern

Aha. Unser im Reiseführer empfohlenes, sehr preiswertes Hotel in Merida gibt es nicht. “Noch nie gehört, und ich fahr schon seit 30 Jahren Taxi hier“. Klar. Aber ein ähnliches gäbe es, da fährt er uns jetzt mal hin. Bei der Ankunft eröffnet uns der Besitzer einer Bruchbude, dass er gerade keinen Strom habe… So ein Pech aber auch.  Zum Glück haben wir die Adresse unserer gewünschten Übernachtungsmöglichkeit. Sollte also kein Problem sein, vor allem, weil die Straßen in Merida einfach schachbrettartig und durchnummeriert sind, selbst ohne Karte ist es kein Problem, sich zurechtzufinden. Aber weit gefehlt: “die Straße ist seit heute gesperrt“. Was für ein Zufall. Zunächst wollte unser Taxista uns nicht mal in die Nähe bringen. Irgendwann sind wir dann unter lauten Flüchen raus, ein paar Meter zu Fuß: und siehe da: unser Hotel. Straße offen wie ein Scheunentor. Tja, nur leider mag der Herbergsvater keinen Obulus für Taxistas abdrücken, wenn sie Touristen bringen,  so daß sie ihn einfach boykottieren.

Ich bring Euch da viel günstiger hin…

Playa del Carmen via Cancun zur Isla Mujeres. Leider hat sich mein Kumpel den Fuß verknackst und wir müssen von unserem Hotel in Playa del Carmen zum Busterminal ein Txi nehmen. Preis Verhandlungssache. Für 1 km 30 Pesos? Ich glaub es geht los. Nachdem wir uns auf 10 geeinigt haben, stoppte der Taxista kurz vom Busterminal. “Nach Cancun bring ich Euch für 400 Pesos, der Bus kostet mehr”. Aja. Stand da nicht was von 80 Pesos pro Person? “Nee, da habt Ihr Euch verguckt, und überhaupt, wie kommt Ihr von Cancn zur Fähre? Da kostet das Taxi nochmal 100 Pesos.” Man kann’s ja mal versuchen, so einen Blödsinn in den Raum zu stellen. Alfred zögerte. “Wenn er doch Recht hat?” Letztendlich obsiegte aber unser gesunder Menschenverstand. Natürlich kostete der Bus keine 400 Pesos, sondern nur 2 x 90 Pesos, und in Cancun konnten wir uns vor Taxis, die uns für 15 Pesos zur Fähre brachten, gar nicht retten…. Fazit: selbst 70-jäöhrige Taxifahrer in Mexiko habens faustdick hinter den Ohren. Trau keinem!

El Hotel del Amigo

Der Klassiker ist natürlich, wenn man gar nicht zum gewünschten Hotel gefahren wird, sondern gleich zum Hotel eines Freundes, welches logischerweise viel schöner und preiswerter ist. Klar. Meist sind es Bruchbuden am Stadtrand.

So geschehen gleich bei unserer Ankunft in Cuernavaca. Da muss man dann ein wenig enerischer werden.

Was kostet …?

Der Preis einer Taxifahrt ist unbedingt und immer Verhandlungssache. Mit der Zeit kommt die Erfahrung. Nachts ist’s ein wenig teurer, und wenn der Taxista keine Rückfahrt in Aussicht hat, dann natürlich auch.Zunächst schlägt der Taxista immer mindestens das zwei- oder dreifache vom regulären Fahrpreis vor. Immer. Billiger war der Einstiegspreis nie. Freundliches Handeln zahlt sich aus, ruppige Arroganz schadet: mexikanische Taxistas haben, auch wenn wir sie für einen Haufen von Gaunern halte, ihren Stolz, und verduften gerne mal, wenn ihnen jemand dumm kommt!

Trubel adios – Pie de la Cuesta

Nervtötendes Acapulco

Acapulco? Irgendwie hat dieses Wort einen zauberhaften Klang. Das klingt nach Tequila und Margaritas, endlosen Partys in traumhafter Umgebung, High Society und Ballermann in einem, oder so ähnlich.
Trügt der Schein? Ja. Jedenfalls wenn man Traveller ist und auch den Osten Mexicos kennt, die karibische Küste Yucatans zum Beispiel.

Acapulco

Acapulco

Aus irgendeiner Schnappslaune heraus haben wir von Oaxaca (am Ende einer 4-wöchigen Tour durch Mexiko) einfach mal einen Flug gebucht, der uns nach Acapulco brachte. Also, Ankunft: es ist warm, aber nicht so tropisch-feucht, wie in der Karibik. Ein Airport-Shuttle bringt uns zügig und günstig in die Innenstadt. Auf der Fahrt beschleicht uns schon das erste mulmige Gefühl: die Stadt wirkt hektisch, laut, verbaut, hässlich. Gut, wir fahren an ein paar tollen Hotels vorbei, aber die werden wir uns garantiert nicht leisten. Irgendwann werden wir in der City rausgeworfen. Ein hässliches Häusermeer um uns herum. Irgendwie nicht so dolle. Aber halt! Das stand doch alles in unserem Reiseführer. Acapulco, das ist eine etwas degenerierte Stadt, in der Horden von vergnügungs- und drogensüchtige Ami-Kids den berüchtigten Spring-Break feiern. Ihnen sei’s gegönnt, aber wir hatten Oktober, in USA sind keine Ferien, was bleibt ist die hässliche Location. Was also tun?

Im Slum von Pie de la Cuesta: das Leben ist ein Genuß!

Im Slum von Pie de la Cuesta: das Leben ist ein Genuß!

Verschlafenes Nest: Pie de la Cuesta

Reiseführer aufgeschlagen: AHA! In der Nähe gibt’s ein kleines Kaff „Pie de la Cuesta“, soll ruhig und relaxed sein, eher ein „Geheimtipp“, aber was heißt das schon, unentdeckte Flecken gibt’s fast nimmer. Trotzdem sind wir hin. In Acapulco fahren immer noch VW-Käfer-Taxis rum, sehr ulkig, aber auch ein bisschen gefährlich. Die 10 Kilometer nach „Pie“ kosten 50 Pesos, ca. 4.50 Euro. Nachts muss man noch ein-bis zwei Euro drauf geben.
Pie de la Cuesta besteht im Prinzip aus zwei langen Strassen, und ein paar Querstrassem direkt an der Atlantikküste. Außer der Hotellinie am Strand finden sich nur Hütten in dem Dorf, die in einem bedenklichen Zustand sind. Sehr lässig fand ich die alten Männer, die in einer Hängematte vor ihren Buden liegen und frische Cocosnüsse verkaufen. Aber ansonsten gibt’s nicht viel zu sehen in „Pie“. Die Hotels, die es dort gibt, sind auch keine wirklichen Hotels, sondern mehr „Strand-Pensionen“. Der ganze Ort strahlt eine angestaubte Ruhe aus, so hab ich mir immer Cuba vorgestellt. Der Fortschritt ist an dem Ort vorbeigegangen, der Zahn der Zeit nagt mit großen Bissen, aber mehr als Sonne und ein paar Cocosnüsse scheinen die Menschen nicht zu brauchen.

Motto der Villa Nirvana

Motto der "Villa Nirvana"

Another hard day in paradise

Unser Hotel der Träume hieß „Villa Nirvana“ und wird von einem entspannten, freundlichen und pensionierten Ehepaar (Pamela Fox und Daniel Reams) aus Virginia betrieben. Aufgrund von Umbauarbeiten bekamen wir ausgezeichnete, große Zimmer zum Vorzugspreis. Draussen konnte man in einer Hängematte baumeln, im SB-Kühlschrank an der Bar konnte man sich mit Kühlem versorgen (einfach Strichliste ausfüllen…), und wenn gerade der Haus-Chico da war, mixte der auch gleich Coctails nach Wunsch, für 25 Peso = 2 Euro. „Another hard day in paradise“ ist das Motto des Hotels… Es gab sogar einen Pool – mit ca. 35 Grad warmen Wasser. Um das Nachbarhotel „Puesta del Sol“ sollte man im übrigen einen weiten Bogen machen: so stell ich mir südamerikanische Gefängniszellen vor: kahl, schlechte Betten, Gitter vor den Fenstern. Da übernachten nur Masochisten drin!

Außer Rumgammeln, in der Hängematte liegen, Coctails trinken, lesen etc. kann man nicht viel machen in Pie, es sei denn man kann Jet Ski oder Wasserski fahren, dann hat man auf der an der anderen Ortsseite liegenden großen Lagune viel Spaß. An irgendeiner Häuserecke stand „Internet“ wo dran. Das vermeintliche Internetcafe (1 PC) befand sich dann fast in der Wohnstube eines Privathaushaltes. Man hatte also beim Checken der Mails gleich Familienanschluss, inkl. Hund, Katze, Maus.
Essen kann man übrigens super in dem einzigen Restaurant des Kaffs, „Coyuca 2000″. Es gibt zwar nicht viele Gerichte, aber der Hit ist der „Mojarra“ (Flussbarsch) mit hauseigener „Chapotl“-Salsa (eine Art dunkle Chilisauce). Die Sauce war so lecker, dass ich das ganze JEDEN Tag gegessen habe. Für das Rezept würde ich eventuell die etwas unvorteilhaft aussehende Tochter des Chefs heiraten. „Eventuell“ sagte ich…

Baywatch aufgepasst

Was nicht so toll an „Pie“ ist der extreme Wellengang. Und genau aus diesem Grund ist der Ort auch ziemlich verschlafen. Aufgrund der speziellen Küsten-Anatomie bricht der Atlantik mit voller Wucht auf den Strand. Dutzende von Metern hohe Wellen sind die Folge. Wer nicht gerade lebensmüder Surfer ist, sollte sich in respektvollem Abstand halten.
Abends wird man zwar mit einem tollen Sonnenuntergang belohnt (zu dem sich plötzlich der ganze Strand füllt), aber … na ja, in Begleitung eines Kumpels, was soll man damit schon anfangen…

Was kann man sonst noch in Pie machen ausser in der Sonne liegen: ach da gibt’s ja noch einen riesigen Lagunen-See, auf dem Fahrten in die Mangroven angeboten werden. Böse Touristenfalle, weil nämlich sterbenslangweilig. Man schippert ein bisschen aufm See, dann wird man für zwei Stunden auf ner schönen Insel abgeladen, wo Kaffee, Kuchen und andere Häppchen gibt. Da döst man dann in der Sonne, und wartet auf die Rückfahrt. Viel besser ist eine „selbstorganisierte“ Tour zu machen, die ist zwar teurer, aber bestimmt individueller und spannender. Pamela von der Villa Nirvana kann dazu Tipps geben.
Naja, zwischendurch waren wir auch noch mal in Acapulco, Felsenspringer angucken. Ist ganz spannend und lohnenswert, aber mein Bericht soll ja von Pie de la Cuesta handel. Die Felsenspringer sind in jedem besseren Reiseführer beschrieben.

Negativ in Acapulco ist uns übrigens das extreme „Hard-Selling“ von Strandverkäufern und anderen Typen aufgefallen. Mangels anderer Opfer haben die sich anscheinend alle auf uns gestürzt. Haben wir sonst nirgends so in Mexiko erlebt. Zum Glück lassen die Verkäufer sich leicht verscheuchen mit folgender Geste: Zeigfinger nach oben, und dann zur Seite hin und her winken, klappt sofort.
Von Pie kommt man mit einem Bus oder mit Taxis weg. Taxis kreuzen immer wieder im Dorf auf, und sind froh, wenn sie jemanden mit nach Acapulco nehmen können. Die Preisverhandlungen gestalten sich dadurch viel leichter.

Fazit: wer mal zwei-drei Tage einfach relaxen will und drauf verzichten kann, im Meer zu schwimmen, dem sei Pie de la Cuesta ans Herz gelegt. Pie bietet ein Kontrastprogramm zum eher nervtötenden Acapulco.

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