Mittwoch, 07.10.2009
Swaziland
Swaziland, unabhängiges Königreich, bitterarm, wunderschön, eine Nacht Zwischenstopp für mich auf dem Weg nach St. Lucia, wo ich drei Tage entspannen will. Der Baz Bus holte mich Mittwoch Mittag in Nelspruit ab, dann gings drei Stunden Richtung Osten. Gegen fünf dann die Grenzformalitäten: Ausreisestempel S.A., Einreisevisum Swaziland, alles no problem. Neben mir ein nettes japanisches Pärchen, die ein Jahr lang auf Weltreise sind. Sie haben fast keine freie Stelle im Pass frei, die Grenzbeamtin guckt staunend. Wir auch. Ich drehe mal ein kleines Video, wie Hiyoti seinen Pass durchblättert. Beeindruckend. Drei Dutzend Seiten nur mit Stempeln und Visa vollgepappt.

Pässe her! Einreise nach Swaziland
Swaziland hat eine HIV-Rate von ca. 35 Prozent. Ein großer Teil der jüngeren Generation wird durch AIDS hinweggerafft. An den Einreiseschaltern stehen große Spender für Kondome, kostenlos. Solche Kondom-Spender sehe ich noch oft im Land. Problem: etwas, was in Afrika kostenlos weggegeben wird, wird oft als wert- und/oder nutzlos betrachtet. Alles im Leben hat doch seinen Preis. Aber: im letzten Jahr ist die AIDS-Rate das erste Mal zurück gegangen, die Aufklärung und die Maßnahmen fangen an zu greifen. Immerhin ein Hoffnungsstreifen am Horizont. Aber traue keiner Statistik… Einige glauben immer noch an die Zauberkräfte selbsternannter Medizinfrauen, die mit ein paar Verwünschungen und Kräutern diese Krankheit bekämpfen. Richtige AIDS-Medizin kann sich hier kaum jemand leisten.
Swaziland Backpackers
Ich komme im Swaziland Backpackers an, liegt bei Matsapha, zwischen Manzini und Mbabane (Hauptstadt), Xolile (genannt Lille) und Lisa, zwei liebenswerte Mädels, begrüßen mich und die anderen, die noch im Bus waren. Das Backpackers ist umwerfend: geräumig, Pool, urige Bar, und einen riesigen Lounge/Relax-Bereich im ersten Stock. Natürlich auch Küche, Grill etc. damit man sich was selbst brutzeln kann. Auf Anhieb bin ich hin und weg. Alles so gemütlich, sympathisch und nett. Lille erzählt mir, was man hier so alles hier machen kann: Kultur-Ausflüge, Mountainbiking, Rafting, Wandern, Quadtouren, Kraxeln in der Höhle.

Dani, die Dogge, erwartet Neuankömmlinge
Ich bestelle ein Bier an der Bar, und noch eins, und mein Entschluss steht fest: ich bitte Lille, meine reservierte Unterkunft in St. Lucia zu canceln, statt dessen bleibe ich drei weitere Nächte in Swaziland…..

die Mädels vom Swaziland Backpacker: Lisa, Gugu, Lile
Donnerstag, 08.10.2009
Swaziland Highlight Tour
Früh morgens gehts mit Sean und Derrick los auf “Swazi Kultur-Ausflug”. Die beiden sind Engländer, die es vor Jahren hier nach Swaziland verschlagen hat. Wir besuchen einen Haufen lokaler Märkte und Tourstenmärkte, bekommen traditionelle Tanzvorführungen geboten, fahren in die Berge, schwimmen unter Wasserfällen. Mittags gehts dann zu einer Butchery. Eine Butchery ist so eine Art Metzgerei mit Grillservice. Man kauft sich an der Theke Fleischstücke, und lässt sie sich gleich würzen und grillen. Dazu gibts gemischtes Gemüse und “Papp”, so eine Art Maisgriespampe, wie Polenta. Gegessen wird mit den Fingern aus einer grossen flachen Schüssel.

Swazi-Lunch
Anbetracht der Präsentation des Fleisches muss man schon ein wenig Toleranz aufbringen, angeboten wird so ziemlich alles vom Tier, man kann sich auch nen ganzen Schafskopf schaben und grillen lassen, wenn man denn Appetit drauf hat. Wir bleiben bei Steak und Hühnchenschenkeln.

Markt in Manzini, Swaziland
Die Märkte boten allerlei hübsches afrikanisches Kunsthandwerkszeugs, wie hölzerne Masken, allerlei geschnitzte Tiere, Schüsseln, gebatikte Stoffe, alles recht ansprechend, wenig kitschig. Ich kaufe ein paar geschnitzte Schlüsselanhänger und der gleichen. Ich kann ja nicht allzuviel mitschleppen. Ein bisschen handeln muss man schon, aber was will man bei 40 Cent für nen kleinen Anhänger groß feilschen?

Swazi-Girls
Beim Handeln lerne ich Fabio aus Namibia kennen, der 3 Jahre in Rostock, noch zu DDR-Zeiten, in einem Heizkraftwerk gearbeitet hat, und der sein gutes Deutsch jetzt mit Touristen frisch hält. Deutschland war ihm viel zu kalt, trotzdem würde er gerne zurück, angesichts der Zustände in Swaziland kein Wunder. Ihm zu erzählen, dass im Osten Deutschlands sich teilweise Rechtsradikale breit machen, die Schwarze verprügeln, wäre mir unglaublich peinlich. Zum Glück ist das ja auch nicht die Regel. Jedenfalls wünsche ich im viel Glück.

Fabio aus Namibia und Ex-Rostocker
Sehr hübsch auch die Kerzenfabrik, wo die weltbekannten Swaziland Candles hergestellt werden, Kerzen in allen möglichen geometrischen und Tier-Formen, schön bunt, aber geschmackvoll. Ich kenne die Kerzen schon vom Münchner Tollwood-Festival, wo sie das Doppelte kosten. Faszinierend, wie die Arbeiter in der Fabrik nur mit der Hand aus bunten Wachsstücken Giraffen, Elefanten oder Nashörner formen.

Swaziland-Kerzen
Info: die Swaziland Highlight-Tour wird von Sean, dem Besitzer des Swaziland Backpackers durchgeführt, und man kann sie da natürlich auch buchen.

Wer möchte kein sauberes Auto haben?
Freitag, 09.10.2009
Am Freitag catche ich ein Minibustaxi und lasse mich zum Mlilwane Wildreservat (Mlilwane Wildlife Sanctuary) bringen. Die Minibusse sind das Hauptreisemittel in Swaziland, in Südafrika fahren eigentlich nur Schwarze mit ihnen. Sie fahren immer bestimmte Routen ab, man winkt sie wie ein Anhalter heran, und der Platzanweiser bestätigt dann den Reisewunsch oder fährt weiter. Leider sind diese Minibusse meist in einem bedauernswerten Zustand, aber nun gut, für umgerechnet 40 Cent kann man schon ein paar Kilometer zurücklegen.
Radeln im Mlilwane Wildlife Sanctuary
Im Wildreservat gibts Mountaibikes für stolze 8 Euro die Stunde. Ich leihe mir eins für 3 Stunden, für den Preis kriegt man sonst einen Mietwagen hier. Das Rad ist technisch auch nicht mehr ganz auf neustem Stand, mir wird abgeraten, die Bremse zu stark zu betätigen. Soso, sehr vertrauenserweckend. Ich fahre erstmal eine Stunde lang einen Berg hinauf, ziemlich anstrengend, das Wetter ist bedeckt, mild, aber die Luftfeuchtigkeit ist hoch, ich schwitze wie blöd.

Mlilwane Wildlife Sanctuary
Auf dem Weg begegnen mir Impalas (Antilopenart), Kudus, Zebras und viele Warzen- und Wildschweine, die aber immer gleich Reissaus nehmen. Nach einer Stunde mache ich mich auf den Rückweg, und meistere einen supertollen Downhill (Abfahrt), der einen fantastischen “Flow” hat, wie man in Bikerkreisen sagt. Anschliessend kurve ich am “Hippo-Pool” vorbei, komme an den Rand eines Abhangs, von dem aus es an einen kleinen See geht. Unten schneidet ein alter Mann, der aussieht wie ein Buschkrieger, Büsche und ruft mir in etwa herüber “Komm runter, vielleicht haben wir Glück, und wir können beobachten, wie uns die Nilpferde fressen”. Ich steige tatsächlich hinunter, und da kann man die dicken Viecher auch schon im Wasser dümpeln sehen. Sie beachten mich aber nicht weiter. Anschliessend fahre ich noch einen längeren schmalen Wanderweg entlang. An einer Flussmündung liegt auf der gegenüberliegenden Seite ein ca. 4-5 Meter langes Krokodil, ca. 10 Meter von mir entfernt. Mir stockt der Atem. Zum Glück ist meine Uferseite viel höher, so dass das Risiko, dass das Vieh auf meiner Seiten gelegen hätte, gering war. Aber hier muss man schon ein bisschen aufpassen, das ist nicht wie im Münchner Wetpark, wo nur Hasen und Igel die Besucher grüßen.

Krok - bitte nicht stören
Info: um vom Swaziland Backpackers zum Mlilwane Wildlife Sanctuary zu kommen, muss man einen Minibus Richtung Malkerns nehmen und sich bei “Vickery” (Gartenbaucenter) absetzen lassen. Von dort läuft man dann zum Sondzela International Travellers Hostel (ca. 2 km), bezahlt dort die Bikes und läuft weitere 15 Min. zum Hauptcamp des Reservats auf einem Tranpelpfad.

Auf Wanderung im Mlilwane Park
Auf dem Rückweg vom Wildreservat zur Landstrasse, wo die Minibusse fahren, laden mich an einem Ananasfeld zwei Arbeiter ein, mit ihnen zu vespern. Mit langen Macheten köpfen sie die Früchte, und ich bekomme dicke Scheiben. Die Früchte sind zuckersüß und aromatisch, viel besser als die auf Lastkänen gereiften Dinger, die es bei uns im Supermarkt gibt. Was die Männer im Feld eigentlich tun sollten ist mir nicht ganz klar. Um uns herum liegen noch ca. 7 Leute und schlafen. Schlafen ist sowieso ein Nationalhobby. Auch an Baustellen und Marktständen liegen immer welche, die gerade Nickerchen machen.
Höllenhöhlentour
Abends gehts dann noch zum “Caving”, d.h. zum Höhlenforschen. Zuerst wollte ich ja nicht, habe schon so viele Höhlen gesehen, aber diesmal stellte es sich als etwas ganz besonderes heraus. Zusammen mit einem Dutzend End-Vierziger aus Joburg bekamen wir weisse Overalls mit Helm und Lampe verpasst. Haha, was für ein Spaß, die Südafrikaner haben blöde, anzügliche Witze gerissen, Ganzkörperkondom und so, und ob wir jetzt nicht alle in den Büschen verschwinden sollten. Dann mussten wir aber eine Stunde lang durch den Dschungel einen Berg hinaufmarschieren, wo den
Leuten das Lachen gründlich verging, nach ner halben Stunde wollten die ersten umkehren, sie schnauften und schnaubten wie Dampflokomotiven. Die Aussicht auf dem Berg war wunderschön: Orangerote Felsen, grüne Hügel, dazwischen der Sonnenuntergang. Es ging weiter, in die Höhe.

Swaziland Caving

Swaziland Caving
Der nächste Schock: wir mussten durch ein enges Loch in den ersten Höhleninnenraum kraxeln, drinnen Fledermäuse und große Spinnen, stockdunkel. Unsere Guides zeigten uns dann, wie es weitergehen sollte: durch engste Löcher, kaum größer als die Öffnungen von Waschmaschinen, sollte es eine Stunde lang, auf dem Bauch robbend, oder auf dem Rücken gleitend, 60 m runter und wieder rauf gehen. Alleine der erste Eingang hatte es in sich, er wurde “das Schlüsselloch” genannt. Er bestand aus einem winzigen Loch, in das man fusswärts nach unten gleiten konnte, man musste sich dann zusammenkauern und sich einen Meter zur Seite schieben, und kam dann wieder zu einem höheren kleinen Raum. Für die Reisegruppe war Feierabend. Einige wurden aufgrund ihrer Körperfülle sowieso schon als untauglich aussortiert, die anderen sahen schwarz. Letztendlich sind von 14 Leute nur 3 Leute, d.h. eine junge Dänin, ich und einer aus besagter Reisegruppe, weitergegangen, die andern mussten warten. Diese Stunde war eine Schinderei sondergleichen. Wir sind durch engste Nadelöhe geklettert, mal 10 m auf dem Boden durch Stein-Röhren gerobbt, usw. Vor jeder neuen Herausforderung erklärte unserer Guide, wie wir unsere Gliedmassen zu stellen und bewegen haben, um durch die Nadelöhrartigen Öffnungen in der Höhle zu kommen. Am Ende war ich völlig schweissgebadet und unsere Overalls hingen nur noch in Fetzen an uns. Nach dieser Höllen-Höhlentour, und dem einstündigen Abstieg bei völliger Dunkelheit, ging es dann zum Glück noch in ein Thermalbad. Trotzdem tat mir am nächsten Morgen alles weh und ich war steif wie ein Brett.
Info: die Caving Adventure Tour wird von “Swazi Trails” organisiert, hat 630 Rand gekostet (57 Euro). Thermalbad und Verpflegung (Wasser, Bier, Schokoriegel, eine große Pizza) inklusive. Die Tour kann man vom Swaziland Backpackers aus buchen.

Unsere Führer durch die Dunkelheit
Samstag, 10.10.2009 eine trostlose Hauptstadt
Eigentlich wollte ich am Samstag Quad-Biking machen. Quads sind diese vierrädrigen Motorräder. Auf Lanzaroten haben meine Libeste und ich schon mal eine Tour gemacht, an die ich noch immer mit Spaß zurückdenke. Angesichts der Aktivitäten der letzten Tage werde ich es aber haute ruhig machen. Dachte ich.
Mbabane
Erstmal nehme ich einen Minibus nach Mbabane, Hauptstadt Swazilands, sechzigtausend Einwohner. Wetter wieder trüb und regnerisch. Der Busbahnhof, wenn man es so nennen will, ist ein einziges großes Getümmel und Geschreie. Von dort gehe ich erstmal in eins der beiden großen Einkaufszentren und mache Frühstück in einem italienischen Cafe, esse deutschen (!) Käsekuchen und trinke Cappucchino. Im Cafe ca. 15 Leute, davon drei Schwarze. Im Laufe des Tages sehe ich kein einziges hellhäutiges Gesicht mehr. Kuchen und Cafe kosten zusammen umgerechnet 3,50 Euro. Tageslohn eines Arbeiters in Swaziland. An Strassenständen kostet ein Tee oder Kaffee nicht mal 18 Cent, eine Banane kostet 9 Cent.

Minibusbahnhof, Mbabane
Mbabane ist nicht groß, in einer dreiviertel Stunde habe ich die paar wichtigsten Straßen abgelaufen. Man muss sich von den europäischen Vorstellungen, wie Städte aussehen, verabschieden, in Mbabane gibts kein einziges hübsches Gebäude, alle Häuser sind mehr oder weniger einheitlich aussehende Beton-Schachteln, mit zig bunten Werbeschildern draufgekleistert. Interessant sind aber die ganzen Strassenhändler, was da alles für Zeugs verkauft wird! Besonders beliebt sind anscheinend Haarverlängerungs-Sets, welche Frau sich an die Haare anschweissen kann.
Ganz in der Nähe der Einkaufszentren gibts einen großen Markt. Auf einer großen Freifläche armseligst aussehende Blech- und Bretter-Hütten, in denen Friseure, Schlachter, Schuhmacher, Schneider etc. ihre Dienste anbieten, auch Klamotten der billigsten Sorte gibts. Ich traue mich nicht Fotos zu machen, alles wirkt wie hinterletzte dritte Welt. Letztendlich frage ich einen Schuhmacher, ob ich seinen Shop ablichten darf. Kaum über die Straße betritt man ein großes Einkaufszentrum europäisch-amerikanischer Machart, mit schönen Schuh- und Bekleidungsgeschäften (Bata, Salamander!), riesigen Supermärkten, McDonalds, Pizzalokalen, Apotheken, Drogerien, alles wie bei uns. Von der dritten in die erste Welt, nur ein kleiner Schritt. Niemand wundert sich darüber.
Das ist Afrika.

Schuster in Mbabane
Ich will mir Badelatschen kaufen, finde aber keine in meiner Größe (45). Bei 42 ist Schluss. Die Swasis leben alle auf kleinem Fuss wie mir scheint.
Ich fahre zurück. Die Minibustour ist eher kleine Odysee. Da es keine Fahrpläne gibt, muss man die einzelnen Strecken der Busse in Erfahrung bringen. Die Swasis sind aber alle sehr freundlich und zeigen mir, welchen Bus ich nehmen und wo ich dann umsteigen muss. Statt 20 Min. auf dem Hinweg brauche ich aber 60 Minuten und zahle das doppelte, weil ich erstmal nach Manzini, größte Stadt des Landes, Achtzigtausend Einwohner, umgeleitet werde.

super Supermarkt (Nähe Matsapha)
Zurück im Backpacker macht Sean, Besitzer der Herberge, eine kleine Show mit brennenden Jonglierkugeln, die er an Ketten gehalten, durch die Luft wirbeln kann. Diese Kunst heisst Poi. Das Ganze findet zu Ehren von Xolile statt, die heute Geburtstag hat. Außerdem ist noch Mukelo da, Xolile’s 5jährige Tochter, ein lustiges und total aufgewecktes, blitzgescheites kleines Mädel. Zusammen sitzen wir an meinem Laptop und wir buchstabieren zusammen die Namen ihrer Freunde und färben sie dann in verschiedene Farben. Ob sie wirklich die Namen alle richtig schreibt, kann ich nicht sagen.

Mukelo ist auch schon eine tolle Fotografin
Die Swasi-Namen kann man kaum buchstabieren geschweige denn aussprechen. Das X in Xolile spricht sich beispielsweise mit einem komischen kehligen Schnalzlaut, den ich auch nach längerem Üben nicht hinkriege.
Clubbing in Manzini
Spät abends, es ist schon 10, ich bin schon arg müde, überredet Lisa uns, d.h. mich und Marian, einen Leipziger Medizinstudenten, der gerade angekommen ist, noch in einen Club (Disko) namens “Tinkers” nach Manzini zu fahren. Es kommt auch noch Marion mit, eine hellhäutige Swasi, deren Mutter Deutsche ist. Der Club ist halb draußen in einem großen Schuppen, Musikrichtung House und HipHop. Wir drei Bleichgesichter fallen natürlich total auf, und werden ständig angequatscht. Marion ist das ja schon gewohnt, sie ist mit 7 aus Simbabwe nach Swasiland gekommen, in Europa war sie noch nie. Alles in allem ist Clubbing in Swaziland auch nicht anders als bei uns: die Kerle stehen rum, trinken Bier, rauchen, fummeln mit Handys und glotzen, die Mädels tanzen und trinken Cola. Lisa besteht darauf, dass wir immer schön in Bewegung bleiben, d.h. wir sind teilweise die einzigen Männer, die auf der Tanzfläche sind, und dann noch die einzigen Bleichgesichter. Komisch. Gegen 1 Uhr nachts füllt sich der Laden etwas, aber Lisa ist arg enttäuscht, normalerweise ist mehr los und der DJ ist auch bescheuert, spielt nur House, kein HipHop.

Lisa, Marian und ich beim Clubben
Gegen 3 gehts dann zurück. Vorher kommt aber noch eine komische Tante auf uns zu, 1,60 gross, Meterlange Rastalocken zu einem ulkigen Dutt gebunden, der 40 cm schräg vom Kopf absteht, totschickes rotes Kleid mit afrikanischen Mustern, angeblich eine berühmte Sängerin in Swaziland. Erst fängt sie an, Marian, den Leipziger Medizinstudenten, hinsichtlich der Wirksamkeit afrikanischer Heilmedizin zu belehren (angeblich kann man Diabetes mit warmen Wasser behandeln), was zu einer hitzigen Diskussion führt, dann, als wir gehen wollen, besteht sie drauf, dass wir bleiben, sie will uns sogar einladen, und uns von ihrem Fahrer nach Hause bringen lassen. Lisa wird zunehmens genervter und meint, dass mache sie doch nur, weil sie sich mit der Bekanntschaft von weissen Ausländern schmücken will, ansonsten sei das ne bekloppte Tussi, die nicht alles ganz auf die Reihe kriegt und neben der Spur ist. Gegen halb vier falle ich ins Bett.
Sonntag, Abschied 11.10.2009
Welcome back – wieder in Südafrika
Am Sonntag gehts dann schon um halb acht mit dem Baz Bus Richtung Durban, 10 Stunden Fahrt liegen vor mir, die weitestgehend mit Schlafen verbringen werde. Beim Aufbruch schläft Lisa noch, der Abschied von Lile und Mukelo, ihrer Tochter ist ein bisschen wehmütig. Die 4 Tage in Swaziland waren eine super Zeit. Eher wie bei Freunden, statt in einer “Unterkunft”.

Willkommen zurück in S.A.
