Rötelstein / Kreutalm

Heute mal wieder so ein Supersonnen-Frühlingssonntag, also haben wir den Plan gefasst, mal wieder in die Berge hinaus. Andererseits: so ein richtig schönes Frühstück hat auch was, also waren wir erst um 11 Uhr startklar. Aber für diese Anlässe haben wir ja das bedingt empfehlenswerte Buch: “Bergtouren für Langschläfer“. Hieraus haben wir uns Tour Nr. 9 “Im Schatten des Herzogstandes – Rötelstein” gesucht.

Der Rötelstein ist ein kleinerer Berg in den bayrischen Voralpen, im Walchenseegebiet, ca. 1400 m hoch.

Dauer und Schwierigkeit

Die Tour dauert insgesamt ca. 3-3,5 h und ist unschwierig. Nur am Rötelstein selbst muss man sich ein klein bisschen anstrengen. Ist aber auch mit Kindern gut zu machen.

Anfahrt, Start

Der Startpunkt liegt beim Alpengasthof “Kreutalm” (siehe auch Google Maps), gleich hinter dem Freiluftmuseum “Glentleiten”. Die Anfahrt dauert vom Süden Münchens keine 50 Min. Immer Richtung Murnau (A95), dann zuerst nach Großweil. In Großweil ist die Kreutalm und das Freilichtmuseum ausgeschildert.

Wegbeschreibung

Der Weg zum Rötelstein ist gut ausgeschildert. Von der Kreutalm geht man einfach Richtung breite Forststraße. Nach 20 Minuten kann man sich entscheiden, ob man auf der breiten Forststrasse weiter läuft, oder den kleinen, steileren Weg nach links nimmt. Wir haben uns für den den interessanteren Weg entscheiden, der über allerlei Stock, Stein und Wurzeln führt. Nach weiteren 30 Minuten kommt man aus dem Wald etwas raus und man hat einen wunderschönen Blick aufs Tal.

Der Aufstieg zum Rötelstein ist dann nochmal mit ein klein bisschen Anstrengung verbunden, aber alles sehr moderat. Oben ist eine kleine Sitzplattform, auf der sich schon einige Sonnenhungrige reekelten.

Vom Rötelstein hat man nordwärts einen wunderschönen Ausblick über das Tal mit dem Staffelsee und Starnberger See  bis nach München.

Eine ausführliche Wegbeschreibung gibt es auf www.hoehenrausch.de.

Einkehr

Eine wirklich schöne Einkehrmöglichkeit ist die oben genannte Kreutalm. Es gab da einen der besten Käsekuchen, die ich bisher hatte.

Fazit

Eine hübsche kleine Wanderung für einen kurzen halben Tag. Isgesamt nicht spektakulär, aber klein und fein. Wer die Tour morgens macht, kann nachmittags noch das Freilichtmuseum besuchen. Die Kreutalm hat mir auch sehr gefallen.

Ostertour: Altmühltal-Radweg

~~~ under construction ~~~

Ostern, 2011: herrlichstes Frühlingswetter. Was kann es da schöneres geben, als eine Radtour durchs schöne Bayernland. Diesmal hab ich mir den Altmühltal-Radweg rausgesucht. Der Altmühltalrad ist einer der schönsten Radwege in Bayern und führt vom mittelalterlichen Rothenburg ob der Tauber bis zur Mündung der Altmühl nach Kelheim.

 

Tourenbeschreibung 1 auf fahrrad-tour.de. Die dortige Etappeneinteilung habe ich übernommen.

Streckenlänge: 241 km. Startpunkt: Rothenburg ob der Tauber. Ziel: Kelheim.

Die Tour habe ich natürlich wieder über die geniale Seite “Bayernnetz für Radler” geplant und die GPS-Datei auf mein Garmin geladen.

Wegverlauf

Altmühltal-Radweg

Etappe 0: Anreise von München nach Rothenburg ob der Tauber

Gar nicht so einfach, mit der Bahn von München nach Rothenburg zu kommen. Immerhin zweimal umsteigen ist nötig. Ich nehme den Zug am Freitag morgen und schau mir am Nachmittag die mittelalterliche Stadt an.

 

Etappe 1: Von Rothenburg nach Gunzenhausen

Gemütliche 75 km ist meine erste Etappe. Herzhaftes Frühstück, dann los.

Altmühltal Radweg Rothenburg nach Gunzenhausen

Etappe 2: Von Gunzenhausen nach Eichstätt

Auch die zweite Etappe ist locker zu schaffen, 71 km. Orte auf der Strecke: Treuchtlingen, Gunzenhausen, Eichstätt.

Altmühltal Radweg Gunzenhausen Eichstätt

Etappe 3: Von Eichstätt nach Kehlheim

Die 3. Etappe ist zwar mit 90 km ein bisschen länger, aber auch noch keine Herausforderung.

Etappe 3.1 Eichstätt Beilngries

 

Übernachtungen

Kleiner Tipp, den ich mir hinter die Ohren schreibe:  nicht erst am Tag vor Karfreitag buchen, wenn man eine Tour zu Ostern plant….

Rothenburg ob der Tauber: Gasthof Butz
Gunzenhausen: Hotel Adlerbräu

So, nach Gunzenhausen waren dann alle günstigen Unterkünfte ausgebucht. Na gut, ein bisschen Luxus kann bei müden Knochen nicht schaden …

Eichstätt: Landgasthof Hotel Pröll
Kehlheim: Wittelsbacher Hof Altstadthotel

 

 

 

Mein Radl…

Mein neuer Tourenesel:

Diamant Ubari Deluxe Edition. Sahne! XT-Ausstattung, Sattel- und Gabelfederung, innen verlegte Schaltzüge und sonst alles, was man sich wünscht.
Diamant Ubari Deluxe Edition 2010

Mein Dealer: Bike Island in München (Berg am Laim).

Details:

Rahmen: Sportiver Trekking Rahmen, Aluminium 6061, innenverlaufende Züge, Touring Geometrie für Federgabel
Gabel: Bontrager SPA Aluminium Gabel, integrierte Federung, 30mm Federweg
Schaltwerk: Shimano Deore XT 27-Gang Schaltung
Umwerfer: Shimano Deore XT
Schalthebel: Shimano Deore XT Rapidfire
Bremsen: Shimano M432 V-Bremse mit austauschbaren Bremsbelägen
Kurbeln: Shimano Deore XT, 48-36-26 Zähne
Zahnkranz: Shimano HG 50, 11-32 Zähne
Nabe vorn: Shimano DH3N72 Nabendynamo
Nabe hinten: Shimano M 505
Felgen: Hohlkammer Aluminium mit Ösen
Reifen: Schwalbe Marathon Dureme 28″ 1.4 Faltreifen
Lenker: Bontrager Race hochgezogen
Vorbau: Bontrager Race adjust
Griffe: Bontrager Satellite Plus
Sattel: Selle Royal Ariel Thermoweld
Sattelstütze: Aluminium gefedert, bootless
Pedale: Aluminium mit Gummistandfläche
Lampe vorn: B&M Fly
Lampe hinten: B&M Flat
Dynamo: Shimano DH3N72 Nabendynamo
Ständer: Atran Stylo, einstellbar
Schutzbleche: sks wired, verbindungsfreie Kabelverlegung im Schutzblech
Radgröße: 28“
Farben: schwarz
Gewicht: 14,7 kg

Dahoam

Nass, kalt und grau hat mich München empfangen. Ich wollte gleich wieder zurück. Zumal ich nicht mal in Ruhe auspacken konnte – drei Stunden nach meiner Landung stand ich schon wieder beim Saturn, um eine neue Waschmaschine zu kaufen… Das sind Probleme…

Aber am Wochenende zeigte sich der Herbst von seiner schönen Seite, und wir sind zur Lenggrieser Hütte gestiefelt.

Von Lengries

Oben ein frisches Weißbier, was gibt’s schöneres. Ach ja, die Aussicht.Lengrieser Huette

Südafrika: sleep well

Welcome to SA

Coast to Coast

Coast to Coast, liegt in den Backpackern aus

Ich habe hauptsächlich in sog. “Backpackern” übernachtet, also in einer Art von privater Jugendherberge. Hiervon gibt es hunderte im ganzen Land. Allesamt war das Preis/Leistungsverhältnis sehr gut und die Anlagen gemütlich und komfortabel. Natürlich muss man bei den Zimmer nicht die Maßstäbe anlegen, die man an 4-Sterne-Hotels hat, aber eine richtige schlimme Unterkunft, so wie ich es schon in Südamerika oder Israel erlebt habe, war nicht darunter. Ganz im Gegenteil!!!! Die Betreiber geben sich wirklich alle Mühe, dass sich ihre Gäste wohlfühlen.

In den Backpackern liegen oft kostenlose Exemplare des Hostel-Reiseführers “Coast to Coast” rum, in dem die meisten Unterkünfte aufgelistet sind.

Am besten fand ich es im 1322 Backpacker in Pretoria, dem Swaziland Backpackers und im Backpacker’s Paradise in Oudtshoorn. Das Gibela’s in Durban ist schon fast eher eine Art Hotel. Im Zebra Crossings in Kapstadt war mir zu wenig los, aber richtig schlecht ist es keinesfalls. Die Camdeboo Cottages und das Four Oaks (Bed and Breakfast) sind auch zu empfehlen.

Schade, ich habe gar keine schlechte Erfahrung gemacht … das hört sich dann so an, als sei ich mit allem zufrieden. Stimmt nicht, ich bin normalerweise recht kritisch! Vielleicht habe ich auch einfach vorher gut recherchiert, so dass mir Enttäuschungen erspart blieben.

Für ein Einzelzimmer habe ich meist so zwischen 160 und 220 Ran (14-20 Euro) gezahlt.Meist reichte für die Reservierung ein Anruf. Das Gibela wollte aber zur Sicherheit meine Kreditkarten-Details. Fand ich ein bisschen übertrieben.

Pretoria: 1322 Backpacker

1322 Backpacker, Zimmer

mein Zimmer im 1322 Backpacker

Sehr nette, hilfsbereite und zuverlässige Betreiber Monique und Tim, ordentliche Anlage. Einzelzimmer sind in kleinen Mini-Reihenhäuschen. Ich hatte viel Spaß an der Bar. Tim hat bei Viva Safaris einen kleinen Rabatt (10%) verhandelt.

Krüger Park: Viva Safari / Tremisana Lodge

Zimmer in der Tremisana Lodge

mein Zimmer in der Tremisana Lodge

4- Tages-Safari mit Viva-Safari; Unterkunft in der Tremisana Game Lodge.

Die Safari war sehr gut organisiert und hat Spaß gemacht. Die Tremisana Lodge ist auch sehr schön – eher etwas gediegen und nicht unbedingt was für’s junge Publikum. Außerdem ist die Lodge 1 h vom Krügerpark entfernt – die Anfahrt nervt ein bisschen.

Nelspruit: Nelspruit Backpackers

Nelspruit Backpackers

Nelspruit Backpackers. Billard wird nach südafrikanischen Regeln gespielt (also mit Ansage!)

Zentral gelegen in einer ansonsten eher uninteressanten Stadt. Hat Pool und Pool-Billard, eine Bar und nette, lockere Betreiber. Zimmer sind nicht abschliessbar, was mich ein bisschen gestört hat. Ansonsten hab ich mich wohlgefühlt, war aber nur eine Nacht dort. Nelspruit Backpackers hat keine Webseite, Tel. ist +27 (0) 13 741 2237.

Swaziland: Swaziland Backpackers

Wirklich ein Top-Backpacker. Ein bisschen ab vom Schuss, aber total nettes “Personal”. Die Rezeptionistinnen Lisa und Lile wurden sowas wie Freunde, wir hatten echt viel Spaß und waren abends noch “Clubben” usw. Das Hostel ist sehr gemütlich, mit riesen Lounge-Bereich, Grillplatz, Pool, uriger Bar. Die Zimmer sind wirklich schick. Im Swaziland Backpackers unbedingt die “Swazi Highlight Tour” und die Adventure-Caving-Tour mitmachen, beides ein Erlebnis!

Swaziland Backpackers

Fun am Abend im Swaziland Backpackers

Durban: Gibela Backpackers Lodge

Schon fast ein kleines Hotel, in einer Art italienischen Villa. 5 Min. von der Ausgehmeile Florida Road, man kann auch abends noch unbesorgt da raus. Frühstück echt lecker. Einzelzimmer mit 330 R (30 €) schon fast Hotel-Preis, aber wegen Lage und Ausstattung ok!

Graaff-Reinet: Camdeboo-Cottages

Kleine aber sehr nette Anlage. Große Ferienwohnung, sehr ordentlich und gut ausgestattet, mit Frühstück 45 Euro. Sehr zentral gelegen (aber Graaff-Reinet ist auch nicht groß).

Oudtshoorn: Backpacker’s Paradise

Frühstücksstraußeneier

Frühstücksstraußeneier im Backpacker's Paradise, Oudtshoorn

Wieder ein supertoller Backpacker. Morgends leckeres Frühstück (Straußen-Rührei), abends Braai (BBQ, Straußensteaks). Mountainbike-Touren. Sehr gemütlich, mit wohnzimmerartiger Fernsehecke, draußen Pool, großer Küche, sehr viel Infomaterial über ganz Südafrika, Internet, super Bar, nette Leute, Parkplatz etc. Echt spitze.

Montagu: Four Oaks (B&B)

Frühstück im Four Oaks

Frühstück im Four Oaks. Dazu gabs noch Müsli auf Erdbeer-Yoghurt. Hmmm!

Sehr nettes B&B. Wenn dort am Sonntag abend kein Essen serviert wird … das nahegelegene “Jessica’s” ist ein absoluter Topp-Tip! Reservierungen können vom Four Oaks gemacht werden. Übernachtung (mF) Doppelzimmer 450 R / 40 €.

Kapstadt: Zebra Crossings

Zebra Crossings, Cape Town

Zebra Crossings

Zebra Crossings (Backpacker). Liegt nicht weit von der Party- und Ausgehmeile “Long Street” entfernt. Das Zebra war nicht meine erste Wahl, es war nix anderes mehr frei. Im Prinzip ist auch das Zebra Crossings ganz ok, abends fand ich es aber ein bisschen fade, es kommt da nicht so eine Stimmung auf wie in den anderen Backpackern. Liegt vielleicht auch daran, dass alle abends in die Long Street pilgern.

Südafrika 2009 Reisebericht

Südafrika

Südafrika – drei Wochen im Oktober 2009

[Reiseroute / Übersicht]

[Safari: Johannesburg - Soweto - Pretoria - Krügerpark] [Nelspruit] [Swaziland] [Durban][Graaf-Reinet - Valley of Desolation - Nieu Bethesda] [Oudtshoorn - Swartberg Pass][Route 62 - Montagu - Hermanus] [Kapstadt - Kap der Guten Hoffnung]

[Unterkünfte] [Wie sicher ist Südafrika?] [Mountainbiking]

[Alle Südafrika-Beiträge]

Radln und Mountainbiking in Südafrika

Anbei eine kleine Liste mit Aktivitäten für Rad- und Bergrad-Freunde:

Oudtshoorn, Swartberg-Pass

Downhill vom Swartberg-Pass und andere Tourenwerden vom Backpacker’s Paradise angeboten. Siehe “Joyrides” in Oudtshoorn

Die Tour habe ich selbst gemacht. Ich wurde mit einem Kleinbus bis hoch zum Pass gebracht, und dann geht’s viele Kilometer bergab. Spitzen-Panorama! Macht wirklich Laune! Bis nach Oudtshoorn runter sind es ca. 55 km. Die Strecke ist aber gut fahrbar. Leider sind die Bikes ziemlich runtergerockt und trüben den Spaß.

Aus dem Mountainbike-Forum wurde ich auf’s neue “Adventure Centre Mot Oudtshoorn” hingewiesen. Vielen Dank!

MOT Oudtshoorn

Krüger-Park, Olifants Camp

Auf der SAN-Park-Info-Seite werden Touren in der Nähe des Olifants-Camp angeboten. Da die Touren aber auch schon mal ausgesetzt wurden, sollte man besser vorher reservieren bzw. per Email nachfragen. Info und Reservierung über die SAN-Park-Info-Seite

Soweto – Johannesburg

Statt sich Soweto aus dem Bus wie einen Safaripark anzugucken, sind die Soweto Bicycle Touren vermutlich die schönste Art, sich diesem faszinierenden Township zu nähern.

Radltour durch Soweto

Südafrika Tipps

Nach 3 Wochen in diesem schönen Land will ich mich nicht als großer Experte aufspielen.

Wer aktuelle Informationen über Südafrika möchte, der sollte sich auf jeden Fall das Suedafrika-Forum.Net anschauen. Die Leute dort kennen sich wirklich besser aus als ich, und man bekommt immer gute Antworten.

Aber ein paar Sachen, die mir geholfen haben, kann ich ja mal loswerden:

Preisniveau

Nach meiner Erfahrung im Oktober 2009 ist Essen-gehen höchstens halb so teuer wie in Deutschland, wenn man Münchner Niveau zu Grunde legt, sieht es noch besser aus. Benzin kostet nicht mal 70 Cent. Ein Bier an der Kneipentheke € 0,80 bis € 1,10. Auch das Preis-/Leistungsverhältnis bei Pensionen und Ferienwohnungen ist wesentlich besser als zuhause. Wenn man in einer privaten Safari-Lodge residieren will, muss man aber auch schonmal 500 € pro Nacht auf den Tisch legen.

Kreditkarten

Nicht überall werden Kreditkarten akzeptiert. Immer Bargeld dabei haben! Geldautomaten finden sich reichlich, z.B. auch in Supermärkten. Zur Abhebung reicht eine ec/Maestro-Karte. Aber die Kreditkartenakzeptanz an Tankstellen und bei Unterkünften verbessert sich gerade rapide, wurde mir gesagt.

Handy / SIM-Karte

Da es ratsam ist, Unterkünfte vorher zu reservieren (es sei denn, man will immer nur im Schlafsaal pennen), ist eine südafrikanische SIM-Karte von Vodacom oder MTN fürs Handy ratsam. Es gibt sie recht günstig im Supermarkt (mal beim Zigarettenkiosk fragen), oder in den Vodacom und MTN-Läden. Angeblich sind die Karten im Supermarkt viel günstiger, als wenn man sie direkt bei Vodacom oder MTN kauft. Aufladen kann man die Karten mit Gutschein-Quittungen (“Vouchern”), so wie bei uns auch, die es in fast jedem Supermarkt oder Tankstelle gibt. Bei Vodacom gibts ulkige Voucher-Beträge, z.B. 12 oder 29 R (also 1 Euro oder 2,60).

In Swaziland funktionen die MTN- und Vodacom-Karten nicht, auch meine deutsche T-Mobile-Karte ging nicht. Muss man sich halt Swazi-Karten kaufen, kosten auch nicht viel.

Zum Kauf der SIM braucht man meist einen Ausweis und manchmal auch eine Aufenthaltsbestätigung (die mir vom Hostel in Pretoria ausgestellt wurde). Bei mir reichte der Reisepass.

Navi / GPS

Navis (TomTom’s) kann man sich bei den MTN-Shops z.B. im Flughafen ausleihen, kosten um die 4 Euro pro Tag. Rückgabe kann auch in einem anderen Ort erfolgen. Für Überlandfahrten braucht man eigentlich nicht unbedingt ein Navi, ich fand die südafrikanischen Straßen alle recht ordentlich und gut ausgeschildert, aber in der Stadt kann es echt nützlich sein. In Kapstadt wär ich mit den ganzen Einbahnstraßen, den unübersichtlichen Kreuzungen und mit dem Linksverkehr ein bisschen verloren gewesen.

Man kann sich aber auch in Deutschland ein Navi für den Urlaub mieten, z.B. beim Navi-Rent-Shop.

Internationaler Führerschein?

Ich habe mir vor der Reise einen Internationalen Führerschein (3 Jahre gültig) besorgt und musste dafür auch meinen roten “Lappen” in einen neuen Plaste-Führerschein tauschen. Ich bin in Südafrika in zehn Tagen 5-mal von der Polizei kontrolliert worden, allein auf der Strecke nach Oudtshoorn dreimal! Immer reichte der normale Führerschein (die Plastekarte) aus, aber wer auf Nummer sicher gehen will…

Sicherheit

Sicherheits-Tipps stehen in jedem Reiseführer oder im Netz. Alles in allem darf man sich aber nicht verrückt machen lassen. Ich habe Südafrika als freundliches Land mit hilfsbereiten, netten Menschen erlebt. Die allermeisten Delikte passieren immer noch in den Townships, gerade abends und am Wochenende, wenn Alkohol und Drogen im Spiel sind. Dort treiben sich sowieso keine Touristen rum. Abends, nach Geschäftsschluss sind die Straßen in SA immer sehr einsam und dunkel, man sollte da nicht unbedingt rumspazieren, vor allem nicht alleine. Besser mal ein Taxi rufen. Aber selbst in den Großstädten gibt es Ausgehviertel (z.B. Florida Road in Durban oder Long Street und V&A Waterfront in Kapstadt), wo man auch abends und nachts nicht mehr als in einer deutschen Großstadt zu befürchten hat. Viele weiße Südafrikaner meiden sogar tags bestimmte Gebiete und Großstadtviertel kategorisch und komplett, obwohl es womöglich nicht gefährlicher ist als woanders. Aber hat eine gegend erstmal einen schlechten Ruf weg … Das führt dann dazu, dass man z.B. in Durban für Stunden der einzige Hellhäutige ist, der durch die Gegend läuft. Wer da ein komisches Gefühl bekommt: es gibt noch soviele andere schöne Gegenden in Südafrika, man muss nicht in die Großstädte! Diese andauerde, zum Teil gewollte räumliche Trennung zwischen schwarz und weiß führt meiner Meinung nach aber auch dazu, dass selbst Einheimische Urteile abgeben, die nicht auf eigenen Erfahrungen, sondern auf Hörensagen (Freunden von Bekannten ist da neulich folgendes Schlimmes passiert…)  oder auf den blutrünstigen Schlagzeilen der Zeitungen fußen.

Taschendiebstähle, Autoaufbrüche und sogar Überfälle passieren auch in anderen Urlaubsländern. Also, Obacht! Aber keine Panik!

Beste Reisezeit für den Krügerpark

Mir wurde gesagt, dass der Krügerpark im Sommer (Dezember bis März) nicht ratsam ist, weil dann alles grünt, spriesst und blüht und die Tiere sich hinter dem ganzen Grün gut verborgen halten. Außerdem ist es dann heiß, da dösen die Viecher obendrein noch den lieben langen Tag und scheren sich nicht um ihre Pflichten als Touristenattraktion.

… diese Tipss und Tricks-Liste werde ich bei Gelegenheit erweitern …

Reiseroute Südafrika 2009

Südafrika

Meine Reiseroute in Kurzform

1. Oktober: Johannesburg, Pretoria, Soweto, Krügerpark, Safari

Von Johannesburg ging es gleich nach der Landung Richtung Pretoria. Von dort habe ich am nächsten Tag einen (organisierten) Ausflug nach Johannesburg und Soweto gemacht (Apartheid Museum, Hector Pieterson Museum, Besuch eines Informal Settlements in Soweto). Das war höchst interessant, aber die Tour war mir insgesamt zu “museumslastig” und viel Rumgesitze im Bus und “aus-dem-Fenster-Gestarre”.

Soweto

Anschließend ging es mit “Viva Safari” in den Krügerpark, oder um genauer zu sein, erst in die Tremisana Lodge im Balule Game Resort, ca. 40 km vom Krügerpark entfernt. Im Krügerpark dann natürlich Safari-Fahrten, viele Tiere in freier Wildbahn gesehen (natürlich auch die “Big Five”), ein einmalig schönes Erlebnis, das ich bestimmt so schnell nicht vergessen werde. Nach 2 tagen Dauersafari braucht man aber auch ne Pause.

Game-Spotting im Krügerpark

Auf der Rückfahrt sind wir noch am Blyde River Canyon und den “Drei Rondavels” vorbeigekommen. Spektakuläre Landschaft.

Siehe Reisebericht #1

6. Oktober: Nelspruit, Swaziland

Nach der 4-tägigen Safari ging es dann über das uninteressante Nelspruit ins unabhängige Königreich Swaziland, wo ich 4 Tage blieb. Ich bin in Höhlen rumgeklettert, habe mir allerlei Märkte und die Hauptstadt Mbabane angeschaut, und war im Mlilwane Wildlife Sanctuary Mountainbiken, sowie nachts in Manzini “Clubben”. Aber wirklich unvergesslich war die liebenswerte Herberge “Swaziland Backpacker” mit ihren netten Leuten und der tollen Athmosphäre. Hätte ich Zeit gehabt, wäre ich länger in Swaziland geblieben.

Siehe Reisebericht #2

Manzini-Market, Swaziland

11. Oktober: Durban

Danach ging es erst nach Durban, wo ich mir das indische Viertel (Grey Street) angeschaut habe. Ich habe dort im hübschen “Gibela Backpackers” gewohnt, in der Nähe der beliebten Ausgehmeile “Florida Road”. Das indische Viertel fand ich sehr spannend und zum Teil kurios. Was es da alles zu sehen gibt… Die Florida-Road ist auch ganz nett, aber für eine Millionen-Stadt ist diese Ausgehmeile ein bisschen klein, oder?

Siehe Reisebericht #3

13. Oktober: Graaff-Reinet, Camdeboo National Park

Von dort dann Weiterflug nach Port Elizabeth, wo ich mir einen Wagen gemietet habe und nach Graaff-Reinet in die Halbwüste der Karoo gefahren bin. Dort war ich begeistert vom fantastischen “Valley of Desolation” und einer sehr anstrengenden Wanderung durch den Camdeboo Nationalpark. Insgesamt fand ich die Gegend irgendwie “beruhigend”, durch die Weite und die gefühlte “Langsamkeit des Lebens dort.

Siehe Reisebericht #4

Tal der Trostlosigkeit, Camdeboo Nationalpark

16. Oktober: Oudtshoorn, Route 62, Montagu

Anschliessend ging es dann nach Oudtshoorn, der Hauptstadt der Straußenzucht. Dort wieder Höhlentour und Mountainbiking (Downhill vom Swartberg-Pass). Das Backpacker-Hostel war auch wieder mal richtig klasse. Solche Mountainbiketouren hätte ich auch gerne öfter gemacht, dann aber bitte mit besseren Rädern.

Siehe Reisebericht #5

Downhill Swartberg-Pass

Von Oudtshoorn fuhr ich weiter nach Montagu über die landschaftlich schöne Route 62. Auch Montagu ist ein Besuch wert, vor allem zum Entspannen und Weintrinken.

18. Oktober: Hermanus, Kapstadt

Weiter ging es von Montagu erstmal für einen kurzen Abstecher nach Hermanus, wo man vom Strand aus Wale beobachten kann. Anschließend kam ich in Kapstadt an.

Siehe Reisebericht #6

Warten auf die Wale

20. Oktober: Kapstadt, Kap der Guten Hoffnung

In Kapstadt ist der Besuch des Tafelbergs ein Muss. Auch den Besuch des Kaps der Guten Hoffnung und den darumliegenden Nationalpark sollte man nicht verpassen. Wunderschön., mit freilebenden Straußen und Pavianen. Nett waren auch die Ausflüge zu den Pinguinen nach Boulder’s Beach und zu den Seehunden auf Duiker Island. Der Besuch der Gefängnisinsel “Robben Island”, wo Nelson Mandela eingesperrt war, war leider aufgrund von Sturmböen nicht möglich.

Kapstadt ist sehr europäisch und amerikanisch. Hier kann man den Kulturschock bei der Rückreise ein wenig mildern.

Siehe Reisebericht #7

Kap der guten Hoffnung: die Japaner sind auch schon da

Südafrika 2009 Reiseroute auf einer größeren Karte anzeigen

Südafrika #7: Kap des schönen Urlaubs

Letzte Etappe: ans Kap – Montag, 19.10.

Leider beginnt jetzt die letzte Etappe meiner Reise, ich bin schon jetzt ein bisschen wehmütig. Von Hermanus gehts nach Kapstadt rein, links und rechts, kilometerlang die bunten aber armseligen Townships hinter einem Bauzaun, Menschen laufen neben der und über die Autobahn. Diese krassen Verhältnisse deprimieren mich immer wieder.

Zebra Crossing

Ich komme im Zebra Crossing an (82 New Church St). Mein Zimmer ist simpel aber ok. Immerhin zwei dicke Sessel. An der Rezeption ist Susan, die leider ein bisschen maulfaul ist. An der Bar trinke ich erstmal ein Black Label, inzwischen ist es schon dunkel. Das Auto kann ich nicht vorm Hostel lassen, zu unsicher. Einen bewachten Parkplatz gibts aber nebenan gegenüber dem “Backpack” (74 New Church St), 20 Rand die Nacht.

Zebra Crossing, 82 New Church St, Cape Town

Long Street

Das Zebra Crossing liegt nur 5 Min. von der Long Street entfernt – DIE Ausgehmeile für Traveller und eher junge Leute, das gediegene Publikum besucht lieber die V&A Waterfront. Die Long Street ist ein quirliges Sammelsurium von Klamotten- und Plattenläden, Jugendherbergen, Kneipen, Bars, Restaurants, Clubs. Überall ist was los. An den Ecken stehen überall zwielichtige Typen, die einen wegen Drogen anquatschen (Marihuana, Kokain, Speed, “Magische Pilze”). Bettler/-innen gibts auch viele. Die Stimmung ist locker und partymäßig. Alle paar Meter stehen städtische Securityguards oder Parkwächter in leuchtenden Warnwesten. Dieses Aufgebot erzeugt immer noch bei mir mir ein mulmiges Gefühl. Die stehen ja auch nicht umsonst da.

Long Street

Ich esse im “Royal Eatery” einen indischen Chickenburger und lerne Stefan, einen Schweizer Ingenieur kennen, der hier nach seinem beruflichen Einsatz noch ein paar Tage dranhängt. Wir quatschen und trinken Wein, und noch mehr Wein, gegen Mitternacht wanke ich ins Hostel zurück.

Von Fotoscheu kann bei den Kapstädtern keine Rede sein

Schönste Stadt der Welt? – Dienstag, 20.10.

Leider war wohl das letzte Glas Wein gestern abend schlecht, jedenfalls dröhnt mein Kopf. Immerhin gibts im Zebra Crossing für 25 Rand ein Früstück mit Semmel, Crossaint und sehr gutem Kaffee.

Tafelberg (von der V&A Waterfront)

Kapstadt entdecken

Dann mache ich mich auf, die Stadt zu entdecken. Mein erster Eindruck ist der einer europäischen und ein bisschen amerikanischen Metropole, mit einem Schuss Afrika. Der Tafelberg gibt ein schönes Panorama. Insgesamt kann ich schon verstehen, warum sich hier auch viele Europäer niederlassen. Kapstadt wird im Reiseführer übrigens gerne als einer der schönsten Städte der Welt beschrieben. Nun ja, über Geschmack lässt sich nicht streiten, jedenfalls haut mich die Stadt nicht völlig von den Socken. Der Verkehr nervt jedenfalls gewaltig, um die Ampelphasen zu überwinden braucht man schon olympische Sprinterqualitäten.

Diese Skulptur trägt den Titel "Africa". Sehr treffend, wenn man drüber nachdenkt.

Die Straßen sind belebt durch die unterschiedlichsten Menschen, und man kann auch tagsüber sicher herumspazieren. Ich biege von der Long Street in die Whale Stree ein und schau mir das Kap-Malayenviertel an mit seinen bunten Hausfassaden und Moscheen.

Kap-Malayenviertel

So langsam klappere ich alle Sehenswürdigkeiten der Innenstadt ab, bis ich zum Vergnügungs-, Shopping- und Hafenviertel “Victoria & Alfred Waterfront” (V&A Waterfront) komme. Die Waterfront hat ein bisschen was von Disneyland, alles etwas künstlich und aufgesetzt, sehr ordentlich, aber wenig authentisch.

V&A Waterfront

Endlich wieder Weißbier

Am Eingang zur Waterfront, beim Clock Tower, ist ein Münchner Paulaner Bräuhaus mit Biergarten. Weißbier, wie ich das vermisst habe! Und sogar billiger als in München! Ich kann’s mir nicht verkneifen, und setze mich an die Theke im Biergarten, wo Schwarze im Dirndl oder in Lederhosen bedienen. Es gibt sogar Brezn und Schweinsbraten. Als dann noch die bayerische Trachtenkapelle “Kennst Du die Berge in Kufstein” spielt, verdufte ich. Man kann es auch übertreiben.

Ich möchte diesen Teppich nicht kaufen! Gute Reise!

Über Kapstadt

Gegen halb fünf bin ich im Hostel zurück und ringe mit mir, ob ich noch auf den Tafelberg soll. Da ich schon zwei Weißbier getrunken habe, will ich auch nicht mehr mit dem Auto fahren, zumal der Verkehr in Kapstadt wirklich ätzend ist. Ich raffe mich auf, und mit dem Taxi gehts zur Talstation, wo eine Gondel hochfährt.

Auf den Tafelberg

Gegen halb sechs bin ich oben, und bin total begeistert. Die Aussicht über Kapstadt, die Berge, das Meer ist absolut grandios. An den anderen Berggipfeln schweben sanft die Wolken vorbei, alles wirkt malerisch. Das darf man wirklich nicht versäumen! Auf dem Tafelberg sind einige Wanderwege ausgezeichnet und die Landschaft ist beeindruckend. Es weht allerdings oben ein warmer, aber sehr heftiger Wind, zum Glück habe ich meine Regenjacke dabei. Ich schlendere über eineinhalb Stunden oben herum, kurz vor 7 nehme ich eine der letzten Gondeln runter. Schade, dass ich den Sonnenuntergang nicht oben beobachten kann, erst im November werden die Fahrzeiten ausgedehnt. Trotzdem, so schön hatte ich es mir vorher gar nicht ausgemalt, und bin immer noch vom Anblick begeistert.

auf dem Tafelberg

Abends sitze ich dann nur noch im gemütlichen Fernsehraum und schreibe Tagebuch.

Kap der Guten Hoffnung – Mittwoch, 21.10.

Robben Island

Heute war ein schöner und gemütlicher Tag, obwohl er erstmal schlecht gestartet ist. Ich musste schon früh raus, da ich für 8:30 ein Ticket nach Robben Island habe, der Gefängnisinsel, auf der einst Nelson Mandela einsaß. Der Kartenkauf (180 R, ein Happen Geld für S.A.) am Vortag ging problemlos, aber in der Hochsaison muss man angeblich die Karten zwei Wochen im voraus reservieren. Auf der Insel führen ehemalige politische Gefangene durch die Anlagen. Irgendwie gehört Robben Island zum Pflichtprogramm in Cape Town, aber um ehrlich zu sein, so richtige Lust hatte ich nicht. Wie das eben mit so Pflichtterminen ist.

Eck-Café

Ich kämpfe mich also mit dem Auto durch den Berufsverkehr zur Waterfront, das Linksfahren macht mir inzwischen nicht mehr viel aus, aber der Verkehr ist trotzdem nervig, suche einen Parkplatz, verlaufe mich und hetze zur Ablegestelle (Mandela Gateway, beim Clock Tower). Es weht ein heftiger Wind, geradezu ein Orkan. Komme gerade noch rechtzeitig an, da wird gerade durchgegeben, dass heute alle Fähren wegen des Sturms gecancelt wurden.

Jack-Ass

Pinguine

Meine Enttäuschung hält sich in Grenzen, statt dessen beschliesse ich, den Tag mit einem schönen Ausflug zu begehen. Zunächst fahre ich ca. 40 km Richtung Süden nach Simon’s Town, zum Boulder Beach, wo eine Pinguin-Kolonie ist. Wegen des immer noch starken Windes haben sich die putzigen Vögel hinter und unter Steinen verkrochen, trotzdem kommt man dicht an sie ran, sie sind auch gar nicht scheu. Es sind Kappinguine, werden aber auch Esel-Pinguine genannt, weil ihre Rufe sich wie die von Eseln anhören. Klingt ulkig. I-Ah, I-Ah.

Bitte recht freundlich!

Auf dem Weg von Kapstadt am Kap entlang sieht man auch, wo die ganzen Reichen wohnen. Die Autobahn sieht eher aus wie eine Parkallee, mit schönen gepflegten Baumgruppen und Blumen am Rand und in der Mitte. Prächtige Villen stehen an der Küstenstraße.

Ans Kap

Nachdem ich den Pinguinen “Mbuana” gesagt habe, fahre ich ans Kap der Guten Hoffnung, besser gesagt dem Kap-Nationalpark. Der “Park” ist gar nicht so klein, hinter dem Gate fährt man noch 15 km bis zum Kap. Die Landschaft ist mal wieder wunderschön.

Am Kap

Kurz vorm Kap läuft noch ne Herde Strauße übeer die Straße. Auch viele Paviane treiben sich rum. Der Sturm wird sogar noch schlimmer, manchmal kriege ich die Autotür kaum auf. Am Kap der Guten Hoffnung sind natürlich die ganzen Touristenbusse – eine Horde Chinesen hat gerade das Kap geentert.

Kap der guten Hoffnung - die Chinesen sind auch schon da

Aber es gibt auch viele abgelegene Stellen im Park. Auf einer kleinen Wanderung stoße ich wieder auf eine Pavianfaamilie. Der Oberboss stellt sich in den Weg und droht mir, ich warte ein bisschen. Dann beschliesst er aber, sich lieber mit einer seiner “Hofdamen” abzugeben. Während er zwei Minuten lang beschäftigt ist (richtig romantisch wirkt das nicht gerade…) schleiche ich mich am Weg vorbei.

Nicht jugendfrei

Ich bleibe bis zum frühen Abend im Kap-Nationalpark. Der Ausflug hat sich wirklich gelohnt. Die Landschaft ist wirklich eine Augenweide, und die Begenungen mit den Straußen und Pavianen war auch sehr witzig.

Abends hänge ich so ein bisschen im Hostel rum, und weiss nichts mit mir anzufangen. Leider kommt im “Zebra Crossing” keine richtige Stimmung auf; das Hostel wirkt insgesamt eher duster. In den anderen Hosteln war abends immer was los und man hat Leute getroffen, mit denen man ausgehen konnte. Alleine habe ich keine Lust, auf die “Vergnügungsmeile” zu gehen. Ich lasse mir im kleinen Restaurant einen Cheeseburger machen, trinke zwei Black Label und das war’s.

Kap-Nationalpark ... menschenleer

Seehunde – Donnerstag, 22.10.

Morgens kämpfe ich mich schon wieder durch den Berufsverkehr. Am Anfang meiner Reise habe ich ein österreichisches Pärchen kennengelernt, welches ich in Kapstadt nochmal treffen will. Kenne aber nur den Vornamen und das Hotel (“Icon Hotel”). Stelle mein Auto irgendwo ins Halteverbot mitten auf die Straße, und erkundige mich an der Rezeption. Offensichtlich sind Alex und Freundin schon hinreichend aufgefallen, und die Rezeptionistin erinnert sich an eine superblonde  Frau mit “komischem Namen”. Sind aber beide schon unterwegs, ich hinterlasse eine Nachricht.

Die südlichste Würstchenbude der Welt steht in Hout Bay

Peakman’s Drive, Hout Bay

Anschließend fahre ich Richtung Süden, nach Noordhoeck. von dort geht der Peakman’s Drive ab, eine atemberaubende Panoramastraße (mautpflichtig), Richtung Hout Bay im Norden. Man könnte auch die andere Richtung fahren, aber dann liegen die schönen Aussichtspunkte auf der falschen Seite.

Peakman's Drive

Als ich mittags in Hout Bay ankomme, habe ich mächtig Durst und fahr erstmal zum Spar Supermarkt. Dort bestürmt mich gleich ein Kongolese, der mein Auto waschen will – solche Dienstleistungen sind völlig normal hier. Ist jedenfalls ne gute Idee, meine Scheibe ist völlig verschmiert und verkleistert. Als ich aus dem Supermarkt komme, ist der Mann immer noch zugange, wäscht mein Auto von oben bis unten.

Hout Bay

Nun, ich mach noch einen kleinen Spaziergang um den Block, hebe Geld ab, schau mir Schaufenster an. Mei, nach ner Viertelstunde ist mein Auto immer noch nicht ganz fertig. Hat der eigentlich nichts anderes zu tun? Das Auto glänzt und blinkt inzwischen, dass sich Passanten Sonnenbrillen aufsetzen müssen. Ich geb dann noch mal extra Trinkgeld, obwohl ich eigentlich ja nur die Scheibe klar haben wollte – um das Auto am nächsten Tag sicher zum Flughafen zu bringen.

Sucht wohl schon länger einen Käufer

Nach einer Stärkung am Hafen (lekker Fisch!), gehts mit nem Bötchen raus nach Duiker Island, der Seehund-Insel (50 Rand).

Ja, wo sind denn die Robben?

Hunderte Tiere haben sich da versammelt. Sieht sehr putzig aus, aber die Viecher stinken erbärmlich.

Seehunde stinken!

Der letzte Abend

Abends treffe ich im Hostel noch eine leicht verwirrte, zur Vergesslichkeit neigende Engländerin mittleren Alters, die irgendwie ihren bisherigen Job losgeworden ist, und jetzt in Kapstadt im Kinderheim aushelfen will. Na prost Mahlzeit, auf die haben die Kinder gerade noch gewartet.

Cat & Moose Backpacker, Long Street (Empfehlung von Dona, leider war schon alles belegt)

Eigentlich wollte ich den letzten Abend nochmal so richtig losziehen, aber im Hostel sitzt nur noch John rum, pensionierter, aber quickfideler Amerikaner aus Oregon, der sich einmal im Jahr eine Auszeit von Heim und Frau gönnt, um die Welt zu entdecken. Wobei … “quickfidel” passt nicht richtig, John hat einen Sehnenriss am Bein, weil ihm in Lesotho ein durchgeknallter Bettler einen riesen Rohstock vor den Latz geknallt hat. Das ist nun drei Wochen her, seitdem hat er eine mächtige Beinschiene und humpelt durch die Gegend. Inzwischen kann er aber über sein Unglück lachen. Wir unterhalten uns noch bis spät abends über’s Alleinreisen, und überhaupt über Gott und die Welt. gegen zehn ruft dann auch noch Alex, der Österreicher an – hat meine Nachricht zu spät bekommen. Wir verabreden uns dann unverbindlich in heimatlichen Gefilden.

Sundowning am Tafelberg

Danach gehe ich auch nicht mehr raus. Ich denke darüber nach, was eigentlich das Schönste an der Reise war. Es waren letztendlich nicht die spektakuläre Landschaft oder andere sensationelle Sehenswürdigkeiten, sondern die vielen Menschen, die ich kennengelernt habe, die Freundlichkeit der Südafrikaner, und der anderen Reisenden. John war wieder so jemand, mit dem ich stundenlang quatschen konnte, und so machte es auch nichts, dass ich den letzten Abend in Südafrika nicht in einer tollen Bar oder Restaurant verbracht habe.

Abschied – Freitag, 23.10.

Letzter Bummel

Letzter Tag. Packe meine sieben Sachen und verstaue sie im Hostel. Danach schlendere ich durch die Stadt, bummle über die Fussgängerzone, kaufe hier und da Kleinigkeiten als Mitbringsel, schau mir noch ein paar Sehenswürdigkeiten an (z.B. Rathaus), aber eigentlich bin ich etwas melancholisch und habe keinen rechten Spaß.

Lunch zwischen Trödel

Gegen mittag verputze ich mal wieder einen Hamburger mit Straußenfleisch, und genehmige mir ein letztes Bier, ein Windhoek Lager, aus Namibia. Schmackhaft und doch leicht (4% Alc.).

Windhoek Lager: nach dem Reinheitsgebot gebraut!

Airport

Da mich Naomi vor Wochen vor dem Chaos aufgrund von Baumaßnahmen auf dem Kapstadter Flughafen gewarnt hat, mache ich mich sehr rechtzeitig auf, um das Auto zurück zu geben. Aber von Chaos bemerke ich nichts, die Rückgabe des Autos und des Navis klappt völlig reibungslos, und so habe ich noch 3 Stunden Zeit bis mein Flug geht.

Das Land hat mich begeistert, und doch ab und zu nachdenklich und deprimiert gemacht. Der Weg zur Rainbow Nation, einer Nation der echten Einheit und Schwarz-weiss-bunten Gemeinschaft ist noch ein langer Weg, zu groß sind noch die Gegensätze in den Lebensverhältnissen, zu separiert leben die Menschen.

Dennoch – jetzt geht eine sehr schöne, erlebnisreiche, spannende Reise zu Ende. Die freundlichen Südafrikaner, die Herzlichkeit, die schöne Landschaft, die Begegungen mit wilden Tieren werden wohl unvergesslich sein. Durch’s Alleinreisen habe ich viele neues an mir selbst entdeckt (z.B. dass ich doch, wenn’s drauf ankommt, kontaktfreudig sein kann). Meine Bedenken hinsichtlich Sicherheit haben sich am Schluss auch zerstreut (aber Vorsicht ist nie verkehrt!).

It's a long way home